Sonntag, 7. Mai 2023

Anreise Sonntag, 07.05.2023

Pünktlich am Flughafen in Hamburg und am richtigen Check-In angekommen standen schon die ersten „Wegbegleiter“ Matthias und Kristof aus Flensburg in bestem Survival-Outfit mit Rucksäcken, behängt wie Weihnachtsbäume (Becher, Gitarre, Schuhe, Campingbedarf,… baumelten vor sich hin), direkt vor mir in der Schlange.

Julia (noch zurückhaltend), aber pilgermässig ganz eindeutig auszumachen, stand am Check-In direkt neben uns. 

Ein Wiederholungstäter-Pilger, bei dem die Chemie nicht so ganz hinhaute, wir ihn liebevoll Bernd-Peter nannten, tauchte immer mal wieder auf, um dann schnell wieder zu verschwinden.


So starteten an diesem Sonntagmorgen in Hamburg 5 Pilger. Von Helmut Schmidt nach Charles de Gaulle im brandneuen A220. Tolle, superfreundliche Flugbegleiterinnen, Madleines und Orangensaft und die sanfteste Landung ever. 


Zwischenstopp und Umsteigen in Paris. Weiter nach Bayonne in einer älteren Maschine, aber Kekse und Orangensaft bleiben. Tatsächlich sitzen wir 4 in einem Pulk und teilen Vorfreude, Gedanken und minimale Flugängste.


Keiner macht sich Gedanken, dass irgendetwas schief gehen könnte…

…Matthias, ein allgemein vorsichtig optimistischer Mensch, sagt noch: „Hauptsache die Rucksäcke kommen beim Umsteigen mit“ und so kommt es, wie es nach dem Gesetz der Anziehung kommen muss: bei den wenigen Gepäckstücken, die tatsächlich nicht mit uns umgestiegen sind und noch in Paris verweilen, ist auch Matthias Rucksack. 


Cindi wird vom Pilgershuttle abgeholt und die Jungs klären mit Hand und Fuß den Gepäckverlust. 


Ich mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Biarritz - Bayonne, Bayonne - St. Jean-Pied-de-Port. Sooo viele Pilger. Ich sitze neben einem älteren Pärchen aus Kanada. Der Mann erzählt mir auf einer Mischung von Englisch & Französisch von seinem vorherigen Camino und wir philosophieren über Pilger und Touris…


Angekommen in Saint-Jean-Pied-de-Port strömen Pilgermassen in die Stadt zum Pilgerbüro. Welch ein Wahnsinn!  


Meine glücklicherweise vorreservierte Pilgerherberge ist großartig. Das Haus ist hell und luftig, die Aussicht grossartig. Es gibt einen Meditationsraum, Entspannungsmusik im ganzen Haus und für 10€ darf man am vegetarischen Abendessen teilnehmen. Frühstück um 6:15 Uhr.


Nach der spannenden Anreise geht’s heute früh schlafen, morgen geht’s die Pyrenäen hinauf. Damit hätten wir die  härteste Etappe gleich am Anfang hinter uns gebracht.









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